RUHRORTER
RUHRORTER, ein kollaboratives Theater- und Kunstprojekt mit Geflüchteten, wurde 2012 gegründet. Was als Projekt begann, ist über mehr als ein Jahrzehnt zu einem eigenständigen Kollektiv gewachsen, das künstlerische Arbeit, anthropologische Forschung und stadtbezogene Installation konsequent miteinander verbindet.
Den Kern der Arbeit bilden ortsspezifische Inszenierungen und Installationen, die in Leerständen stattfinden. In Gebäuden und Räumen, die selbst Teil der Migrationsgeschichte des Ruhrgebiets sind. Die Wahl dieser Orte ist keine ästhetische Entscheidung allein: Sie macht die Verwobenheit von Stadtgeschichte und Migrationsgeschichte erfahrbar.
Die Hauptmotivation von RUHRORTER ist die Suche nach künstlerisch-ästhetischen Formen, die ein öffentlich sichtbares Korrektiv gegen die stereotype, stigmatisierende Kategorisierung von Geflüchteten entwerfen – in der Bürgergesellschaft ebenso wie in den Medien und in der dokumentarischen Kunst. Der ästhetische Ansatz verzichtet bewusst darauf, Kunst mit Geflüchteten auf Authentizität zu reduzieren.
Über die Jahre hat RUHRORTER die Themenkomplexe Migration, Flucht, Verwaltung und Recht in wechselnden Formaten bearbeitet – durch ortsspezifisches Theater ebenso wie durch Film, Hörspiel und Installation.
RUHRORTER ist Teil des bundesweiten Netzwerks PostHeimat, das 2018 gegründet wurde und Theatergruppen zusammenbringt, deren Arbeit in besonderer Weise mit Migration, Flucht und Exil verknüpft ist.