Collective Ma´louba
2016 gründete das Theater an der Ruhr gemeinsam mit dem syrischen Regisseur Rafat Alzakout, der Schauspielerin und Regisseurin Amal Omran und dem Autor Mudar Alhaggi das Collective Ma’louba; ein arabischsprachiges, interkulturelles Theaterkollektiv, das Künstler:innen aus Syrien, der arabischen Welt und Europa zusammenbringt. Gefördert wurde das Projekt durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und durch die Kulturstiftung des Bundes. Bis 2022 arbeitete das Kollektiv in fester Residenz am Haus.
Die Entscheidung, ein solches Kollektiv zu gründen und langfristig zu begleiten, folgt einer Überzeugung, die das Theater an der Ruhr seit seiner Gründung prägt: dass internationale Theaterarbeit mit Künstler:innen keine einmalige Einladung sein kann, sondern Kontinuität braucht. Die Residenz war kein Gastspiel, sondern ein gemeinsamer Aufbau von Strukturen für die Gruppe.
Seit 2022 arbeitet Collective Ma’louba als eigenständiges Kollektiv. Die Verbindung zum Theater an der Ruhr besteht weiter: Seitdem entsteht mindestens eine feste Koproduktion pro Jahr.
In seinen Theaterproduktionen hinterfragt Collective Ma’louba vor dem Hintergrund der jüngsten gesellschaftlichen Veränderungen die politische und soziale Verfasstheit der arabischen und europäischen Welt. Die Arbeiten verbinden Theater, Film, Tanz, Musik und Installation und werden in NRW, Deutschland und oft im Ausland gezeigt. Sie stiften vielschichtige Begegnungsräume in einer Theaterlandschaft, in der arabischsprachige Produktionen nach wie vor selten sind.