Nir de Volff
Foto: Barbara Dietl
Nir de Volff ist in Tel Aviv geboren und aufgewachsen, studierte dort an der Bat-Dor-Akademie Tanz und machte seine ersten Schritte in den dortigen professionellen Kompanien. In Tel Aviv war er Gast für Pina Bauschs Viktor am israelischen Opernhaus. Im Jahr 2000 zog er nach Amsterdam und begann, am DWA-Zentrum seine eigenen Werke zu kreieren. 2004 zog er nach Berlin und kreierte sein erstes Stück für das Festival Sophiensaele Tanztage. Zwischen 2004-2008 tanzte er an der Schaubühne am Lehniner Platz unter der Regie von Constanza Macras. Im Sommer 2007 gründete er seine Kompanie NIR DE VOLFF/ TOTAL BRUTAL. Seitdem arbeitet die Kompanie am Dock11 Theater als Basis, tourt weltweit und kreiert internationale Projekte in Großstädten. 2013 wird die Produktion auf die Sophiensaele ausgeweitet. Im September 2014 hatte Total Brutal Premiere an der Schaubühne am Lehniner Platz in einem Kooperationsprojekt mit dem Theaterregisseur Falk Richter, das in den Spielplan aufgenommen wurde und zwei weitere internationale Kooperationen mit Falk Richter für die Wiener Festwochen und das Teatre National Strasbourg. Nir de Volff arbeitete auch dreimal mit der Gruppe She She Pop Berlin, Antú Romero Nuno am Thalia Theater Hamburg, Katarina Niminnen an der Volksbühne Berlin, Nurkan Erpulat am GORKI Theater Berlin, Philipp Preuss am Theater an der Ruhr und weiteren zusammen.
De Volff schafft internationale kulturelle Austauschprojekte von São Paulo bis Macao, die sozialpolitische Themen mit Unterhaltungswerten verbinden. Er entwickelte eine Bewegungsmethode namens BBM-Breathing Bodies Movement, die er weltweit in Tanz- und Kunstzentren, Kunstakademien und im privaten Sektor unterrichtet. BBM ist für Tänzer*innen, Schauspielende und alle Menschen gedacht, die sich gerne bewegen. TOTAL BRUTAL arbeitet mit einem breiten Spektrum professioneller Darsteller*innen und mit verschiedenen Theatern von klein bis national. Die Arbeit war bereits in Häusern wie der Oper Frankfurt, dem Grand Theatre Groningen, der Rotterdamse Schouwburg, dem Sibiu Festival Romenia, dem ZIL Culture Centre Moscow, dem SESC Pinheiros (São Paulo), dem Macau Art Center (China), dem Esplanade Theatre (Singapur), dem Bangkok National Center for Dramatic Art, dem Stadttheater St. Pölten (Österreich), Warehouse 2 (Jaffa Port), Tel Aviv, Ponec Theatre (Prag), Teatro Alle Tese (Venedig), Amphithéâtre de Gesù (Montréal), und anderen Städten in Deutschland und auf der ganzen Welt zu sehen.
Im Jahr 2020-2021 wurde de Volff als erster Choreograph für die mixable Forward Dance Company im Leipzig engagiert.
Im Sommer 2022 wurde de Volff eingeladen, das prestigeträchtige Kunstfestival in Weimar mit einer gemeinsamen Außenarbeit mit der bildenden Künstlerin Sigalit Landau zu eröffnen. Im Jahr 2023 kreierte de Volff die multikulturelle Tanzshow Club Loneliness für das Macau Kunstfestival, China. Im Januar 2024 wurde de Volffs Choreographie für das Stück Peer Gynt am Düsseldorfer Staatstheater uraufgeführt. Im Oktober wurde de Volff eingeladen, Everybody dance Now # Chemnitz in der neu renovierten Hartmannfabrik mit 23 Performer*innen aller Altersgruppen, die in Chemnitz leben, für das Eröffnungsprogramm Chemnitz 2025: Kulturhauptstadt Europas zu kreieren. Im Mai wurde die Produktion Freedom is a dancer am Jungen Schauspiel Düsseldorf uraufgeführt, co-produziert mit dem Tanzhaus NRW. Auf Einladung von Kulturprojekte Berlin choreographierte de Volff mit sechs jüdischen und nichtjüdischen Tanzenden Dancing memory als besondere Outdoor-Kreation rund um eine der wichtigsten Synagogen Berlins, das Fraenkelufer, im Rahmen des 80. Jahrestags des Endes des 2. Weltkriegs.
Eine von de Volff’s einzigartigen künstlerischen Lebensaufgaben ist es, Künstler*innen aus dem „Nahen Osten“, die in der EU leben, zusammenzubringen, bspw. für sozialpolitische Performances, unter dem Titel: Come as you are.
- Nathan.Death (UA)
Choreografie