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Die Mülheimer Müllviecher sind los.

Eine Langzeitaktion für und mit allen.

Aus Müll wird Kunst und spielerischer, kollektiver Widerstand. – Plastikfreie Zone Mülheim!
Die Idee zu diesem Projekt ist in der Zeit entstanden, in der wir alle in sozialer Isolation gefangen waren und auch das Theater notgedrungen schließen musste. Wie können wir nach der Quarantäne zu Formen gemeinsamen, solidarischen Handelns kommen? Wie kann es gelingen, die Erfahrungen der Pandemie konstruktiv zu nutzen und nicht in ein „Weiterwiezuvor“ zu verfallen? Wie kann ein Aufbruch gelingen? Was können wir tun, um gemeinsam aus den Zwängen einer maßlosen Konsumgesellschaft zu entkommen, deren Teil wir sind? Daraus hat sich die Idee zu einem partizipativen Projekt für und mit den Bewohner*innen der Stadt entwickelt, das einer Frage nachgeht, die uns alle gleichermaßen betrifft.


Mitarbeiter*innen der Theaterschneiderei haben den entscheidenden Anstoß gegeben. Sie schlugen vor, dass wir einen großen Corona-Vertreibungs-Umzug mit Schnappviechern, diesen merkwürdigen, Tirols organisieren. So ist über Umwege die denkbar einfache Idee der Mülheimer Müllviecher geboren worden: Wir verwandeln Plastikmüll in Artefakte, die den Müll binden und uns gleichzeitig die Möglichkeit eröffnen, spielerisch auf unseren Umgang mit der Natur zu verweisen. Erste Erfahrungen zum Bau wurden in Workshops mit Mülheimer*innen gesammelt, um die Idee zu überprüfen, ob tatsächlich jeder sich sein eigenes Müllviech schaffen kann. Plastikmüll hat sich als praktikables Material erwiesen, um in Kunst verwandelt zu werden und so nicht den Weg in die Meere zu gehen. Einige dieser nur auf den ersten Blick ursprünglichen Fremdwesen haben das Theater bereits still und heimlich eingenommen und in den Fenstern des Foyers das Interesse der Spaziergänger*innen geweckt.

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die Mülheimer Müllviecher vernunftbegabt sind. Welche künstliche Intelligenz – eine andere kann es ja nicht sein – wohnt diesen Müllviechern inne? Womöglich eine Spezies, die Entscheidungen nicht ichbezogen, sondern zukunfts- und gemeinwohlorientiert zu fällen in der Lage ist?


Was haben wir mit ihnen vor? Mit der Hilfe von vielen Mülheimer*innen sollen möglichst viele von ihnen entstehen und dann ihr wildes, mahnendes Unwesen bei kleinen und großen Aktionen im Laufe der Spielzeit treiben.
Kontakt:
audience.development [​at​] theater-an-der-ruhr.de