Philosophisches Abendcafé mit Peter Leitzen
Gibt es Zukunft in der Vergangenheit?
Eine Antwortsuche in der philosophischen Tradition utopischen Denkens
Foto: Francesca Korf
Sind Utopien, wie die wörtliche Übersetzung des griechischen Worts ou-topos nahelegt, Vorstellungen, die keinen Ort haben, also ein Nirgendwo sind? Oder könnte die Idee des Philosophen Ernst Bloch zutreffend sein, dass Utopien unter Umständen etwas sind, was noch keinen Ort hat.
In der abendländischen Philosophie hat es immer wieder Versuche gegeben, Utopien zu entwerfen, die ein gutes Leben zum Inhalt haben. Diese Gegenentwürfe, im Kontrast zu Defiziten aktueller Lebensordnungen, waren nicht nur Visionen von einer idealen politischen Ordnung, sondern auch Entwürfe einer übersichtlichen, auf kleine Gruppen und Interaktionen bezogenen Konstellation.
So könnte z. B. die Idee der Freundschaft, wie sie Michel de Montaigne beschrieben hat, in die Tradition utopischen Denkens hineingehören. Auch die Hoffnung auf eine zwischenmenschliche Praxis, die von der Annahme einer unbeschädigten Intersubjektivität ausgeht, wie sie etwa bei Hannah Arendt und Jürgen Habermas gedacht wurde, könnte als ein utopisch aufgeladener Entwurf eines gelungenen Zusammenlebens betrachtet werden. Die Gartenphilosophie des antiken Philosophen Epikur, in dem der Garten als Ort des Rückzugs und als Schutz vor den Katastrophen der Welt eingerichtet wird, kann ebenfalls in die Reihe utopischer Entwürfe einordnet werden.
Eine Diskussion der vorgestellten Ideen soll sich anschließen.
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Theater an der Ruhr
Akazienallee 61
45478 Mülheim an der Ruhr