Ten Thousand Hours
von Gravity & Other Myths
bei den Ruhrfestspielen
Ab 6 Jahren
10 000 Stunden Übung braucht es angeblich, bis man etwas wirklich beherrscht. Diese Regel stellte der amerikanische Psychologe Anders Ericsson auf. 10 000 Stunden bis zur Perfektion, zur Weltklasse. Doch was geschieht in all diesen Stunden? Es sind die Routinen, die niemand sieht, unzählige Wiederholungen, das Scheitern, Neuversuche, wieder Scheitern, besser Scheitern. Ein beharrliches und geduldiges Kreisen um das Noch-nicht-Gelingen.
Die australische Kompanie Gravity & Other Myths ist für atemberaubende Akrobatik auf Weltklasseniveau bekannt. 2024 eröffneten sie die Ruhrfestspiele spektakulär mit „The Pulse“, im letzten Jahr verwandelte „Playbook“ verschiedene öffentliche Orte in Recklinghausen in zirzensische Spielplätze. Doch „Ten Thousand Hours“ kehrt den Blick um: weg vom schillernden Endergebnis, hin zum langen Weg des Werdens. Acht Akrobat*innen zeigen die Ausdauer und den Mut, den es dafür braucht. Zeigen, wie Vertrauen wächst, wie Balance kippt und wieder gefunden wird, wie ein Körper im Rhythmus der anderen zu atmen beginnt. Die Ästhetik ist reduziert, die Bühne fast leer, pulsierende Live-Drums und das hörbare Atmen reichen, um die Konzentration im Raum zu verdichten – ein Zirkus ohne Zierde, der seine Poesie aus der sichtbaren Anstrengung schöpft. Mit Humor und akrobatischer Kreativität erforscht das Ensemble die Grenzen des physisch Möglichen, feiert aber zugleich auch das Unvollkommene, das schöne Scheitern.
So wird „Ten Thousand Hours“ zu einer Hommage an das, was uns trägt: unser Körper mit seiner Geduld, seiner Verletzlichkeit; aber auch unser Wille und die Beharrlichkeit. Sie verbinden sich zu der erstaunlichen Fähigkeit, immer wieder über sich hinauszuwachsen. Nicht als Triumph einzelner, sondern als Gemeinschaft: Kein Sprung gelingt ohne jemanden, der zum Auffangen bereitsteht. Das Risiko jedes menschlichen Turms tragen viele Hände gemeinsam. Wer zuschaut, erlebt nicht nur akrobatische Leistung, sondern den Wert der Mühe, die ihr vorausgeht. Vielleicht spürt man am Ende sogar wieder jene kindliche Neugier, mit der alles beginnt; wenn für einen Moment sichtbar wird, wie aus zehntausend Stunden Übung ein Moment der Schwerelosigkeit entsteht.
Besetzung
Ensemble: Jacob Randell, Alyssa Moore, Kevin Beverley, Lachlan Harper, Annalise Moore, Andre Augustus, Axl Osborne, Shani Stephens
Regie: Lachlan Binns
Co-Regie: Darcy Grant
Bühnenbild und Lichtdesign: Chris Petredis
Bühnenbild- und Lichtassistenz: Max Mackenzie
Kompositionen: Nick Martin, Shenzo Gregorio
Kostüme: Olivia Zanchetta
Produktionsleitung: Martin Schreiber
Creative Producer: Jascha Boyce
Informationen
Altersangabe: 6+ (Wir empfehlen den Besuch im Gruppenverband ab 10 Jahren aufgrund interaktiver Momente)
Sprache: wenig englische Sprache, ohne Sprachkenntnisse verständlich
Die Vorstellung am 26. Mai findet im Rahmen des RuhrBühnen*Spezial statt.
Karten sind für alle Plätze zum Preis von 15,- € über die Ruhrfestspiele erhältlich.
Ort Ruhrfestspiele Recklinghausen - Großes Festspielzelt | Otto-Burrmeister-Allee 1 | 45657 Recklinghausen
Weitere Informationen: https://www.ruhrfestspiele.de/programm/2026/ten-thousand-hours
Informationen
Dauer
60 Minuten
Ort
Ruhrfestspiele Recklinghausen
Otto-Burrmeister-Allee 1
45657 Recklinghausen