„Aufbruch“ im Iran?
Seit längerem haben wir am Theater an der Ruhr an der Fortsetzung unserer Reihe Aufbruch im Iran gearbeitet, die an unseren seit fast zwei Jahrzehnten währenden Austausch mit Künstler*innen aus dem Iran anknüpft. Diese Fortsetzung in Form eines Themen-Wochenendes Anfang Februar 2026 fiel genau in die Zeit eines beispiellosen Massakers: Allein innerhalb zweier Tage wurden im Januar bis zu 30.000 Menschen durch das iranische Regime ermordet. Die jüngsten, landesweiten Proteste sind durch exzessive Gewalt niedergeschlagen worden – von einem Aufbruch kann derzeit kaum mehr eine Rede sein. Und dennoch: Die erschütternden Nachrichten, die uns aus dem Iran erreichen, machen es umso dringlicher, unsere Aufmerksamkeit und Anteilnahme auf den Freiheitskampf der Menschen dort zu richten.
Zuletzt haben wir 2025 das Theaterstück Destination: Origin von Mohammad Rasoulof ko-produziert, das neben Fragen von Exil und Identität die wiederkehrenden Aufstände im Iran als Echo einer Gesellschaft spürbar macht, die sich nicht zum Schweigen zwingen lässt. Drei der Schauspieler*innen des Stücks haben auch in Rasoulofs unter anderem für Oscar und Golden Globe nominiertem Film Die Saat des heiligen Feigenbaums mitgespielt. Sie sahen sich anschließend ebenso wie der Regisseur ins Exil gezwungen.
Angesichts der Geschehnisse im Iran möchten wir unsere Reihe Aufbruch im Iran auch und ausdrücklich dazu nutzen, unsere Solidarität mit den mutigen Menschen im Iran zum Ausdruck zu bringen.