Über die Dörfer
Peter Handke
Regie: Roberto Ciulli
Drei Geschwister: Sophie, Gregor und Hans. Gregor hat das Dorf seiner Kindheit verlassen, als Ältester erbte er das elterliche Haus, in dem nun Hans wohnt. Der bittet Gregor, es der Schwester Sophie zu überlassen, damit sie sich eine Existenz aufbauen kann, zunächst stimmt Gregor nicht zu, bis eine Figur, Nova, erscheint und ihn darauf hinweist, „absichtslos“ zu sein, weich und stark – „laß dich ein und verachte den Sieg.“ Im Verhältnis zur Kindheit haben sich das Dorf und die Landschaft stark verändert, Beton ist der neue Werkstoff, riesige Hallen stehen in der umgepflügten Landschaft, die ehemaligen Zimmerleute arbeiten jetzt ausschließlich mit industriellen Großmaschinen und die Unternehmer haben allein nur noch ein Ziel: Geld. Nova aber weist die Geschwister auf eine andere Perspektive hin, auf ein Verhalten, dessen Maßstab sich jenseits eigener Interessen etabliert und so die Utopie des ewigen Friedens eröffnet.
Am 14.03. findet im Anschluss an das Theaterstück die Premierenparty statt.
Am 26.03., 27.03., 16.04. und 17.04 laden wir Sie nach der Vorstellung herzlich zu einem Nachgespräch ein.
Informationen
Ort
Theater an der Ruhr
Akazienallee 61
45478 Mülheim an der Ruhr
Besetzung
- Maria Neumann
Sofie - Albert Bork
Gregor - Bernhard Glose
Nova - Joshua Zilinske
Hans
Team
- Roberto Ciulli
Inszenierung - Elisabeth Strauß
Bühnenbild & Kostüme - Helmut Schäfer
Dramaturgie - Adriana Kocijan
Sound & Musik - Dijana Brnić
Regiemitarbeit - Bekim Aliji
Licht - Kemal Kilicli
Requisite - Suzana Schönwald
Maske
Stimmen
„Die intensive Weltflucht von Handkes Gespräch ist heute fremd und mag vor gut 40 Jahren politisch fragwürdig gewesen sein, vielleicht war er in seiner Zivilisationskritik allerdings einfach seiner Zeit voraus. Jedenfalls macht der fast 92-jährige Regisseur Roberto Ciulli mit seinem Team und dem vierköpfigen Ensemble aus dem stark gekürzten Text eine intensive, anderthalbstündige theatrale Meditation, die zum Verweilen einlädt.“
„Ohne Kitsch oder Esoterik und überzogene Gesten sucht der kleine große Abend nach Trost oder zumindest Konzentration aufs Wesentliche. Und verbindet sich damit programmatisch mit Ciullis Nietzsche Inszenierung von Ende Februar und der jüngsten Premiere von Simone Derai/Anagoor in der Reihe „Utopien“.“
„Über die Dörfer ist ein aus der Zeit gefallener Abend, der gerade deshalb bestens in unsere aufgeregte Welt passt. Zuweilen schließen die Darsteller:innen in ihrer Rede die Augen, hören nach innen. Wohltuend.“
Detlev Baur, Die Deutsche Bühne
„Melancholie. Letzte Riten. Ersterbende Schönheit. Das Abendland nimmt – bei Roberto Ciulli – Abschied. Was bleibt ihm übrig außer dem utopischen Rest.“
Andreas Wilink, nachtkritik
„Der Abend ist tatsächlich so etwas wie ein Requiem. Er ist sehr langsam, ohne große Emphase gespielt, aber gedanklich unglaublich klar und präzise.“
Stefan Keim, WDR 3
„Roberto Ciulli liefert (mit Handke) ein Mutmach-Stück, mit Verweis darauf, dass unserer schnelllebigen Welt mehr Achtsamkeit und Langsamkeit guttäten. Es lohnt sich, darüber nachzudenken. Oder auch die Nova-Rede noch einmal nachzulesen. Viel Applaus für das gesamte Ensemble.“
Andrea Müller, WAZ
„Es ist ein entschleunigter Abend, sanft wie Kammermusik und voller subtiler Andeutungen.“
Klaus Stübler, Ruhr Nachrichten
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